HANDWEBEREI  FILZKUNST  TEXTILKUNST   TEXTILDESIGN   PERFORMANCE ART

  aktuell am Webstuhl:Alpakakissenstoff

HANDWEBEREI

Mit Fäden und Farben zaubern, ein altes Handwerk künstlerisch neu erfinden, spielen in den Zwischenräumen zwischen Ästhetik des Materials und der haptischen Qualiät der Farben, die in gewebten Stoffen wie in keiner anderen textilen  Technik wirken. Unverwechselbare Einzelstücke als Bekleidungskunstwerke, Wohnraumobjekte, Raum- und Körpertücher, experimentelle Gewebe, die mit Fasern aller Art spielen    

                                                                         

 FILZKUNST

      Ohr aus Filz 

In meinem Atelier entstehen sowohl Wandbehänge, Kleidungsunikate, Schmuckstücke, Objekte, Schutzgegenstände, Spielsachen als auch ganz freie Filzkunstwerke, wie Bilder ,  Zelte, Reliefs und Plastiken aus Vollfilz. Ich arbeite, experimentiere, spiele  mit den verschiedensten Arten von Fasern, sei es vom Merinoschaf, dem mongolischen Schaf, der Cashmere- oder Mohairziege, dem Yak, dem Alpaka, Lama oder mit Seidenfasern, aber auch mit pflanzlichen Fasern wie Leinen, Ramie, Torf oder auch mit Stoffen, die eingefilzt wreden. Je nach dem welches Stück entstehen soll, beziehe ich immer die Herkunft der Faser bei der Entstehung mit ein: Das Feinstoffliche, Poetische schwingt immer mit und singt mir ein Lied, erzählt eine Geschichte...manchmal liegt eine Partie Wolle schonmal ein Jahr in meiner Werkstatt und wartet sozusagen auf seine Geburt, ich verteidige es gegen andere Verwendungszwecke, hebe es auf und es wächst ein Lied in den Fasern, bis entweder ein Kursteilnehmer es für sich entdeckt, ein Kunde genau diese Faser braucht, oder ich selbst die Geschichte zu Ende erzähle in einem meiner Stücke...das sind die spannendsten Momente !

TEXTILKUNST 

  Hand in Arbeit

Die Übergänge von der angewandten Kunst zur freien Kunst sind fließend, für mich ist zwischen Alltagskunst und "bildener Kunst" kein großer Unterschied. Ich arbeite nach dem Konzept des erweiterten Kunstbegriffs  nach Joseph Beuys.   Gerade die Textile Kunst hat es in Industrienationen schwer  sich zu behaupten. Man hat den Eindruck, die feinstoffliche Arbeit mit Fasern, Strukturen, Papier wird degradiert zur Hausfrauenkunst. Da oft vergängliche Materialien verwendet werden, die auch Verwitterungsprozessen ausgesetzt sind, wie z.B. meine Verspannungen als textile Installationen in der Natur zur Sichtbarmachung von energetischen Verbindungen zwischen Bäumen oder Objekte mit Pflanzenfarben, die sich im Licht verändern,   kann der Marktwert für ein Kunstobjekt nicht am herkömmlichen Wertesystem gemessen werden. Meine Kunst fordert den Betrachter, den Käufer dazu auf, sich mit der Welt hinter der materiellen Welt und somit mit der Sterblichkeit sinnlich auseinander zu setzen. Körperteile aus Filz sind scheinbar beständig, sie strahlen Erotik, Lebensfreude oder Schmerz aus, können aber eben so gut von Motten aufgefressen werden, wie wir Menschen letztlich ja auch, da unser Körper nur eine Hülle ist, in der wir Zeit unseres Lebens wohnen. Das Unsterbliche anzudenken, darzustellen, auszudrücken gelingt mir am besten durch das Miteinbeziehen der Vergänglichkeit per se in meine Objekte. Sehr gerne arbeite ich dabei auch mit Papier, wie oben zu sehen ist: Teebeutelreste mutieren zu "genmanipulierten Blinddarmwurmfortsätzen, die auf einem Teller zum Verzehr freigegeben sich kontraproduktiv verhalten."

 

TEXTILDESIGN

Farbentwurf für Wandteppich

Textilien zu entwerfen ist eine Kunst, die erfordert, dass man mehrere Ebenen zur gleichen Zeit in den Entwurfsprozess einfließen lassen kann: genaueste Materialkenntnis, ein künstlerisches Gespür für Farben und Formen, das man auch durch genaues Zeichnen und räumliches Vorstellungsvermögen in eine Skizze bringen kann, Empathie und Einfühlungsvermögen für den Kunden, ein Sinn für vernünftige Verhältnisse bei der Umsetzung und handwerkliches Können, das die Herstellung eines  hochwertiges Stückes zu einem annehmbaren Preis ermöglicht. In meiner Arbeit mit INI GUARAYU habe ich gelernt, 45 Frauen jeweils in  knappen Skizzen und kleinen Probestücken zu zeigen, was sie am eigenen Webstuhl anfertigen sollen. Mein Schwerpunkt liegt aber eindeutig beim Design für Einzelstücke.

 PERFORMANCE ART

Performance ist für mich eine moderne Form des Rituals, ein Weg, wie ich mit Menschen auf nonverbale Art in Kontakt treten kann und sich dabei durch gemeinsames konzentriertes Erleben Bewusstseins -sprünge ergeben können. Viele Themen arbeite ich tänzerisch auf in einer von mir entwickelten Art des Butoh- Tanzes, oft auch mit Geräuschen und klassisch-experimentellem Gesang.  Meine Intention ist es, jeweils auf ein Thema aufmerksam zu machen, das an mich herankommt. Auftraggeber waren: Bruno, der Bär in der szenischen Lesung von Heinrich Heine aus dem Atta Troll von Michael Wuschik, das Projekt Adler-flieg und damit verbunden ein gruseliger Keller aus der karolinger Zeit unter der regensburger Mohrenapotheke sowie politische Spannungen , die nach neuen Formen der Meinungskundgebung rufen wie der Tanz um die Weltkugel in Form einer geflochtenen Weide.                                                                                                                 Oft ruft ein öffentlicher Platz nach spontraner Bespielung in Form von Strassentheater, und in dem Bühnenstück  "Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff  untermale ich mit diversen Geräuschen und klassischem Gesang das Spiel von Fritz Barth, dem Taugenichts-Darsteller. (Termine unter www.fritzbarth.com)

Die Themen für meine darstellerische Arbeit als Performancekünstlerin ergeben sich aus verschiedensten Kontexten. Oft reicht es mir nicht , in drei Dimensionen künstlerisch zu arbeiten, es bleiben noch Dinge unbearbeitet, Grenzen unerreicht, Tiefen unbeleuchtet. Vor allem zwischenmenschliche, soziale Inhalte kann ich in einer Performance  sehr viel direkter zum Ausdruck bringen als mit einem Objekt. Ich kann in Interaktion gehen und erlebe sofort die Rückmeldung der Zuschauer oder des Ortes, an dem ich auftrete, Diese Feedbacks baue ich ebenso schnell in meine Darstellung mit ein, wenn auch nicht völlig konzeptverändernd, so doch als interaktives Bestandteil der Performance. Für mich ist hier die Grenze fließend zur politischen Manifestation meiner lebensfreundlichen Gesinnung und meiner Einsatzbereitschaft für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen hier auf der Erde.

 

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